SHARE Wenn Sie 100 Euro in einen MSCI-World-ETF investieren, fließen derzeit rund 71 Euro in US-Unternehmen. Selbst bei breit diversifizierten Welt-ETFs wie dem FTSE All World, der auch Schwellenländer wie China und Indien umfasst, macht der US-Anteil noch immer rund 61 Prozent aus. Die Frage, die sich viele Anleger stellen: Entsteht durch diese Dominanz der US-Werte ein Klumpenrisiko, und wie wirkt sich das auf das Portfolio aus? Bevor man sich der Frage des Klumpenrisikos nähert, lohnt es sich, den Hintergrund dieser US-Lastigkeit zu beleuchten. Die Zusammensetzung globaler Aktienindizes wie des MSCI World oder des FTSE All World erfolgt nach der sogenannten Marktkapitalisierung. Das bedeutet, je höher der Börsenwert eines Unternehmens, desto größer ist dessen Anteil am Index. Derzeit sind die wertvollsten Unternehmen der Welt in den USA ansässig, was zu dieser starken Gewichtung der USA führt. Unter den zehn größten Positionen im FTSE All World befindet sich derzeit nur eine Nicht-US-Aktie – der taiwanesische Chiphersteller TSMC. Auf den ersten Blick könnte die starke Gewichtung von US-Unternehmen ein Ungleichgewicht suggerieren, doch es gibt zwei wesentliche Aspekte, die diese Befürchtungen relativieren. Die hohe Gewichtung der USA in globalen Indizes mag auf den ersten Blick als Klumpenrisiko erscheinen, doch die Realität ist komplexer. Es stimmt, dass eine starke Abhängigkeit von einem Land potenziell Risiken birgt – etwa bei politischen oder wirtschaftlichen Krisen. Aber durch die globale Ausrichtung vieler US-Unternehmen wird dieses Risiko deutlich abgemildert. Sollten Sie dennoch das Gefühl haben, dass die US-Dominanz zu stark ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dieses Gewicht in Ihrem Portfolio anzupassen. Wenn Sie die US-Lastigkeit in Ihrem Depot als Risiko empfinden, können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen, um eine breitere Streuung zu erreichen und Ihr Portfolio globaler aufzustellen. Eine Option wäre es, Ihr Portfolio anhand der Wirtschaftsleistung der verschiedenen Weltregionen auszurichten. Unabhängig von der gewählten Strategie sind folgende Schritte wichtig: Die starke US-Gewichtung in globalen Indizes ist nicht unbedingt ein Problem, sondern vielmehr ein Spiegelbild der aktuellen globalen Wirtschaftslage. Die wertvollsten und einflussreichsten Unternehmen kommen derzeit aus den USA, doch diese agieren längst nicht nur national, sondern global. Solange Sie sich dieser Mechanismen bewusst sind und bei Bedarf Anpassungen vornehmen, bietet die US-Dominanz eher eine Chance als ein Risiko. Bernhard Führer ist Anlageberater, Financial Planner und Anlageexperte. Außerdem ist er Gründer und Leiter der unabhängigen Vermögensplanungsgesellschaft Strategy & plan sowie VP VermögensPlanning, Autor, Dozent und Betriebswirt. Bernhard Führer ist Anlageberater, Financial Planner und Anlageexperte. Außerdem ist er Gründer und Leiter der unabhängigen Vermögensplanungsgesellschaft Strategy & plan sowie VP VermögensPlanning, Autor, Dozent und Betriebswirt.Globale Investitionen: Chancen und Risiken der US-Dominanz in Welt-ETFs
Die US-Dominanz: Ein Marktmechanismus
US-Unternehmen: Mehr als nur national agierende Konzerne
Risiken durch US-Konzentration?
Strategien zur Reduzierung der US-Gewichtung im Portfolio
Umsetzung und Überwachung
Fazit: Risiko oder Chance?
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